Auch ohne Bundesliga ein packender Renntag

Niederländer Bos siegt mit Optimum im Neuenknicker Hexenkessel

Speedway am Ostersonntag in Neuenknick, aber ohne Bundesliga? Kein Problem. Auch ohne Rennen der deutschen Elite-Liga bot der Speedway-Club Neuenknick ein Programm, dass die Motorsportfans aus Nah und Fern voll auf ihre Kosten kommen ließ.

„Das war eine supergute Veranstaltung und ein gelungener kleiner Neuanfang“, freute sich SC-Vorsitzender Karl-Heinrich „Kalle“ König, als nach vier Stunden Bahnsport mit packenden Kurvenkämpfen am frühen Abend das Ostersonntags-Spektakel mit der Siegerehrung abgeschlossen wurde. Nach Veränderungen im Vereinsvorstand stellen aufgrund gravierender Veränderungen im Reglement die Petershäger in diesem Jahr in der Bundesliga keine Mannschaft, da man im Vorfeld aufgrund des neuen Rennmodus (Paar-Speedway und direkte Duelle der Klubs) die finanziellen Unwägbarkeiten und den organisatorischen Mehraufwand schlecht abschätzen konnte.

Für das schon traditionelle Heimrennen am Ostersonntag hatten die Neuenknicker aber auch ohne Bundesliga-Rennen ein attraktives Programm aufgestellt, das in gleich drei Konkurrenzen einen Sieger suchte.

Im Mittelpunkt stand ein international besetztes klassisches Speedwayrennen mit 16 Fahrern, 20 Läufen und Driftern aus den Niederlanden, Dänemark und Deutschland. Jeder Fahrer hatte fünf Läufe zu bestreiten, und am besten mit der Bahn zurecht kam dabei der Niederländer Henk Bos. In allen fünf Rennen ließ er im Ziel die Konkurrenz das Hinterrad sehen und beendete den Renntag mit dem Optimum von 15 Punkten. Für eine Vorentscheidung hatte er dabei mit seinem Sieg in Lauf 16 gesorgt gegen bis dahin ebenfalls sehr erfolgreiche Punktesammler.




Siegerehrung für die internationale Lizenz mit (von links) Rene Deddens (Emstek), Henk Bos (Niederlande) und Jörg Tebbe (Dohren)

Stechen um Platz 2 als Zugabe

Über Platz 2 in der Endabrechnung musste am Ende ein Stechen entscheiden. In dieser „Zugabe“ am Ende des Renntages setzte sich der erste 16-jährige René Deddens aus Emstek, der acht Tage zuvor den Europameisterschafts-Qualifikationslauf in Teterow gewonnen hatte, gegen den punktgleichen Neuenknicker Vereinsfahrer Jörg Tebbe aus Dohren im Emsland durch.

Von den weiteren Lokalmatadoren fuhr Jan Pape am weitesten nach vorn. Triumphierend stieß er nach seinem Sieg in Lauf 15 die Faust in den Himmel und kam mit am Ende acht Punkten auf Rang 8. Dominik Möller aus Porta Westfalica kam nach u. a. zwei zweiten Plätzen mit insgesamt sechs Punkten auf Platz 10, und Nils Hesse aus Borgholzhausen fuhr mit einem Zähler auf Platz 15.

Hinter sich ließ er Christian Seliger aus Güstrow, der nachträglich ins Feld genommen worden war, weil Bundesliga-Fahrer Matthias Bartz aus Wolfslake nicht starten durfte; er hatte seine Lizenz in Berlin vergessen und konnte sie in der Kürze der Zeit nicht mehr beibringen …




Siegerehrung für die nationale Lizenz mit (von links) Marcel Sebastian (Neuenknick), Marcel Helfer (Weilheim) und Kaijo Bünning (Westeresch)

SCN-Fahrer Sebastian holt den Silberpokal

Auch die Rennen der B-Lizenz mit Nachwuchsfahrern aus Deutschland und den Niederlanden sahen einen souveränen Sieger. Marcel Helfer aus Weilheim schloss mit dem Optimum von 15 Punkten ab. Über Platz 2 dahinter freuen durfte sich der Neuenknicker Vereinsfahrer Marcel Sebastian (11 Punkte) vor Kaijo Bünning (Westeresch / 10).

Und als Rahmenprogramm erstmals in Neuenknick zu sehen waren Läufe zum internationalen Mefo-Flattrack-Cup mit original amerikanischen Dirttrack-Motorrädern. Die angetretenen zwölf Fahrer aus Italien, Holland, England, der Schweiz und Deutschland bestritten mit bis zu neun Fahrern gleichzeitig auf der Bahn vier Vorläufe. Das Finale der acht Punktbesten über zwölf Runden gewann schließlich der Italiener Marco Belli vor den beiden Briten Steve Hall und Pete Boast. Nach dem Auftakt in Neuenknick macht diese Rennserie bei ihren weiteren sechs Terminen dieses Jahres in Tschechien, Österreich, Belgien und Frankreich in Deutschland Station noch am 5. Juli in Parchim. Spektakulär ist sie mehr durch die Vielzahl der Fahrer auf der Bahn, während Geschwindigkeit und Kurvenkämpfe gegenüber dem Speedway geringer sind. König: „Ein nettes Rahmenprogramm, aber keine Konkurrenz für den Speedway-Sport.“

„Es war eine schöne und lange Veranstaltung“, waren sich „Kalle“ König und SCN-Pressesprecher Günter Prange am Ende des Renntages einig. 20 Läufe plus Stechen in der internationalen Konkurrenz, zwölf Läufe der B-Lizenz-Fahrer und fünf Rennen der Flatttrack-Akteure sorgten letztlich für ein fast vierstündiges Programm vor schließlich weit mehr als 500 Zuschauern, die zwischenzeitlich gezählt worden waren.


Nachwuchs kommt im Juli zu seinem Recht

„Wir sind all die Jahre für den Nachwuchs da gewesen. Und die Schülerklassen, die heute nicht im Programm waren, werden bei unserer nächsten Veranstaltung wieder dabei sein“, versprach König bei der Siegerehrung und besänftigte Kritiker, die am Ostersonntag Startmöglichkeiten für den nationalen Nachwuchs vermisst hatten. Der Termin für dieses zweite SCN-Rennen des Jahres (12. oder 26. Juli) muss noch mit eventuellen Konkurrenz-Veranstaltungen abgeglichen werden.


Jan Pape jubelt

Henk Bos im Interview

 

Internationale Lizenz

1. Henk Bos (Niederlande) 15 Punkte
2. Rene Deddens (Emstek) 13+3
3. Jörg Tebbe (Dohren) 13+2
4. Sönke Petersen (Oldenburg) 12
5. Kai Huckenbeck (Werlte) 11
6. Thomas Sörensen (Dänemark) 10
7. Ramon Stanek (Jeddeloh) 8
8. Jan Pape (Edemissen) 8
9. Henry van der Stehen (Niederlande) 7
10. Dominik Möller (Porta Westfalica) 6
11. Christian Hülshorst (Lüdinghausen) 5
12. Sjord Rozenberg (Niederlande) 4
13. Arne Ledwig (Bad Zwischenahn) 4
14. Benjamin Borgers (Niederlande) 1
15. Nils Hesse (Borgholzhausen) 1
16. Christian Seliger (Güstrow) 0


Marcel Sebastian

Nils Hesse

 

Nationale Lizenz

1. Marcel Helfer (Weilheim) 15 Punkte
2. Marcel Sebastian (Neuenknick) 11
3. Kaijo Bünning (Westeresch) 10
4. Dennis Helfer (Weilheim) 8
5. Marco Gaschka (Schleswig) 6
6. Bernd Dinklage (Werlte) 6
7. Ramon Steenberger (Niederlande) 5
8. Jeroen van der Veen (Niederlande) 3
9. Sascha Stumpe (Wagenfeld) 3
10. Jens Benneker (Lüdinghausen) 2
11. Henky Konstra (Niederlande) 2
12. Achim Busker (Bramsche) 0.




Sekt spritzte bei den Flattrack-Fahrern mit (von links) Steve Hail (Großbritannien), Marco Belli (Italien) und Pete Boast (Großbritannien)

Flattrack

1. Marco Belli (Italien)
2. Steve Hail (Großbritannien)
3. Pete Boast (Großbritannien)
4. Jan-Willem Jansen (Schweiz)
5. Tim Greig (Großbritannien)
6. Henderik Mulder (Niederlande)
7. Halbe Scheper (Niederlande)
8. Wiemar Borger (Niederlande)
Mario Müggler (Schweiz) ausgefallen

14.4.2009 minden-web




Finale der Flattrack-Fahrer